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Zurück in die Freiheit

Gelegentlich kommt es vor, daß flugunfähige Greifvögel und Eulen bei Familie Jäcker abgegeben werden, die dann nach kurzer Pflegezeit wieder in die freie Wildbahn entlassen werden – manchmal kommt es aber auch anders.


"Greifvögel und Eulen haben eine recht lange Ästlings- oder Bettelflugphase“, weiß der Hobby-Falkner Dr. Walter Jäcker. Sie sind dann noch klein und turnen mehr als sie fliegen in der Landschaft herum. Dort werden sie von den Elternvögeln versorgt, sehen diesen bei der Jagd zu und lernen so fürs Leben. Manchmal landen sie in den ersten Tagen dieser gefährlichen Lebensphase unsanft am Boden. Dort werden sie oft von Hund, Fuchs und Katze gefangen – machmal aber auch von Tierfreunden aufgesammelt. "Besser wäre es, diese Jungtiere nicht mitzunehmen, sondern sie höchstens auf einen Baum zu setzen, wo sie weiter von den Altvögeln versorgt werden.“ Ohne deren Anleitung ist es für die Jungvögel schwierig, den Start ins Leben allein zu schaffen. In menschlicher Obhut kommt es nicht selten zur Fehlprägung. "Der Jungvogel weiß dann nicht, daß er ein Vogel ist oder hält seine Menschen für Artgenossen und verliert seine angeborene Scheu.“


Im Fall eines Uhus konnte Dr. Walter Jäcker nachts die Eltern- und Geschwistervögel finden und den Jungvogel zu seiner Familie zurückbringen. Im Falle von "Schmidtmann“, dem Waldkauz, aber war es anders. "Der ging schon durch mehrere Hände, es konnte nicht mehr ermittelt werden, wo er gefunden worden war. Er war schon fehlgeprägt als wir ihn bekamen.“, vermutet Dr. Walter Jäcker.  Als er ausgewachsen war, wurde er falknerisch aufgeschirrt und trainiert, zur Faust des Falkners zu kommen. Mit fortgeschrittenem Flugtraining durfte er stundenweise frei im Garten bleiben. Tochter Charlotte ergänzt: "Nach einigen Tagen haben wir die Geschühriemen wieder entfernt, jetzt ist er Tag und Nacht draußen. Sein Tagesversteck und unser Treffpunkt ist eine Fichte über unserem Hühnerstall. Wenn es dunkel wird, fliegt er ums Haus und ruft uns.“ Manchmal bekommt er noch etwas zugefüttert, wenn seine eigene Mäusejagd nicht erfolgreich war. "Heute ist er erstmals nicht an unserem Treffpunkt gewesen. Hoffentlich ist ihm nichts passiert! Wir hoffen, daß er auf das Leben in freier Wildbahn gut vorbereitet ist. Noch sicherer wäre es gewesen, wenn er bei Eltern und Geschwistern geblieben wäre und noch seine natürliche Scheu vor Menschen und Hunden hätte.“


Der Kauz ist ein geschützes Tier – behalten darf ihn niemand. Vielleicht kommt er nochmal abends auf Besuch. Dieser ausgesprochen nette Zeitgenosse ist bei Jäckers immer willkommen. Trotzdem ist es Zeit -  "Schmidtmann“ muß selbständig werden!