Lehrpfad Kulturlandschaft Oberbecksen und Babbenhausen

 

 

Dieser Pfad und auch der Text dazu wurden von Kindern und Jugendlichen der Arbeitsgrupe Natur und Umweltschutz Bad Oeynhausen e. V. erarbeitet und durch eine großzügige Spenderin ermöglicht.

1. Kein Leben ohne Wasser! Die Ramsiekquelle tritt aus den Gesteinsschichten des Hügels seit über 100 Jahren zu Tage. Erst die trockenen letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Quelle gelegentlich versiegt.

2. Diese Obstbaumwiese liefert nicht nur den Menschen, sondern auch vielen Tieren Nahrung, die Blüte z. B. den Hummeln und Bienen. Das reife Obst wird von den meisten Tieren gerne gefressen. Hierzu zählen außer vielen Insektenarten Eichelhäher, Amsel, Spitzmaus, Igel und Marder. Da zum Fressen auch gefressen werden gehört, stellen sich häufig auch Greifvögel und andere Fleisch und Insektenfresser ein.

3. Aus einem ehemaligen Bunker wurde ein FledermausWinterquartier. Hier sind Steine an die Decke geklebt, in deren Ritzen sie sich während des Winterschlafs verstecken können. Der Eingangsbereich ist mit einer Betonplatte verschlossen. Fledermäuse suchen ein frostfreies Winterquartier, wie Höhlen und dicke hohle Bäume. Mit diesem Bunker versuchen wir, den nächtlichen Insektenjäger zu helfen. Leider vermuten Mitmenschen offenbar etwas „Wertvolles“ darin und brechen ihn regelmäßig auf. Alte Keller, Brunnen und Bunker sind besonders geeignet als Winterquartier für Fledermäuse wegen der darin ganzjährig herrschenden gleichen Temperatur.

4. Das vor uns liegende Gelände war früher eine Viehweide. Als der Besitzer die Weide nicht mehr nutzte, stellte sich eine dornige Pionierpflanze ein: die Schlehe. Im Schutze dieses dichten Dornengebüsches können dann Laubbäume wie Eichen oder Buchen heranwachsen. Die Schlehen werden dann verdrängt. Es handelt sich um das klassische Beispiel eines Pionierwaldes.

5. Diese Wiese wurde früher extensiv bewirtschaftet. Das heißt, es kommen keine künstlichen Nährstoffe, also Kunstdünger auf die Fläche. Wird die Wiese gedüngt, geht die Artenvielfalt zurück. Wird sie dagegen regelmäßig gemäht, magert sie immer mehr aus. Dadurch werden Nährstoffe aus der Fläche genommen. Die schönsten Wiesen sind arm an Dünger aber gerade deshalb sehr artenreich.

6. Die Baumreihe besteht aus Kopfweiden. Der sonderbare Wuchs entsteht, indem der Baum alle paar Jahre an der gleichen Stelle abgesägt wird. Nach Jahren bildet sich ein „Kopf“. Früher wurden aus den abgeschnittenen Zweigen viele nützliche Dinge hergestellt, z. B. Körbe. Wenn der Baum alt wird, wird der Kopf hohl. Darin leben viele Käfer und andere Insekten. Vögel, wie die Weidenmeise und der Steinkauz nisten hier, aber auch Mäuse halten sich gerne in den Höhlen auf, die durch ausfaulende Astlöcher entstehen.

Die Wiese im Hintergrund wird extensiv bewirtschaftet. Das bedeuted Artenvielfalt an Pflanzen und Insekten.

7. Auf dieser Seite der Straße befindet sich die Allee der Bäume. Von unten nach oben handelt es sich um folgende Arten: Eiche, Buche, Linde, Ulme, Ahorn, Eberesche, Wildbirne, Weide, Birke, Esche und auf der rechten Seite die Schwarzerle. Ein paar Bäume fehlen, denn für einige ist der Standort ungünstig.

8. Wird dieser Röhrichtbereich nicht ausgemäht, brütet hier sogar der Schilfrohrsänger. Unten am Graben ist eine Zwergmauskolonie zu Hause. Diese Mausart baut im Sommer in den Grashalmen in bis zu 120 cm Höhe Kugelnester, etwa in Größe eines Tennisballs. Darin befindet sich dann das Muttertier mit bis zu acht Jungen.

9. Viele 100 verschiedene Arten von Wildbienen und Schlupfwespen können in einem Insektenhotel ein Zuhause finden. Aus Stein, Lehm und Pflanzenstängeln entstehen viele Bruträume. Die Insekten füllen die einzelnen Löcher mit Pollen und überwintern hier. Keine Angst – sie stechen nicht. Das linke Fach zeigt vorbildlich, wie ein Insektenhotel aussehen sollte, im rechten Fach sieht man Holzscheiben, die gerissen sind. Hier dringt Nässe ein. Dieses Fach ist ungeeignet.

10. Ein Blick auf Bad Oeynhausen mit ca. 55.000 Einwohnern und einer Fläche von 6.500 ha.

11. Dieses Bauernholz besteht unter anderem aus knorrigen und krummen Bäumen. Sehen sie nicht viel interessanter aus, als gerade in einer Plantage gewachsene? Mit etwas Fantasie kann man in der Rinde Figuren erkennen.

12. Auf der einen Seite stand früher eine Weihnachtsbaumkultur. Diese wurde sich selbst überlassen und aufgegeben. Durch Borkenkäferbefall ist dieses Waldstück völlig zerstört worden. Auf der anderen Seite findet man Mischwald. Die beiden Flächen zeigen beispielhaft, dass in gut gemischten Waldstrukturen die meisten Tierarten zu finden sind.

13. Nicht eine Bombe hat dieses Loch geschaffen, wie manche vermuten, sondern Menschenhand. In diesen Mergelkuhlen wurden von unsere Vorfahren Steine für den Hausbau und die Wegbefestigung abgebaut.

14. Diese Stelle nennen wir Porta-Blick – wie viele Kilometer sind es von der Weser noch bis zur Nordsee? Es sind gut 260 km! Links sehen wir das Wiehengebirge mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, rechts den Fernsehturm auf dem Wesergebirge.

15. Dieser Hohlweg entstand, als Holz und Steine mit Pferde- und Ochsenkarren transportiert wurde. Der Wind hat viel Boden verweht, aber das Meiste wurde vom Regen fortgespült. So grub sich der Weg über Jahrhunderte immer tiefer in die Erde. Leider wurden hier einige Bäu-me durch Maschinen verletzt.

16. Benannt nach dem Erfinder Hermann Benjes gibt es Benjeshecken. Der Namensgeber hatte erkannt, dass sich im Strauchschnitt schon nach wenigen Stunden Vögel in dem Gewirr von Ästen aufhalten. Hier fühlen sie sich sicher, verbringen dort auch die Nächte und nisten dort. Wenn die Vögel dort schlafen, setzen sie auch Kot ab. Darin befinden sich unverdaute Samenkörner. Diese gelangen auf den Boden und keinen. So entsteht im Laufe der Jahre im Schutz des Strauchschnitts eine dichte lebendige Hecke, die vielen Tieren Schutz bietet. Im oberen Teil befindet sich ein erkennbarer Rest dieser Benjeshecke. Durch Zufuhr weiteren Astmaterials, wird die Entwicklung der Hecke vorangetrieben. Viele kleine Tiere wandern in ihrem Schutz von einem Lebensraum zum anderen. Hecken sind sozusagen die „Finger des Waldes“.

17. In diesem Schlehengebüsch wird in unregelmäßigen Abständen immer wieder der Neuntöter beobachtet. Wenn man ihn selbst auch nicht sieht, verrät er seine Anwesenheit durch seine Vorräte. An den Dornen der Schlehe spießt er Käfer, Heuschrecken, manchmal sogar Mäuse auf, um sie später zu fressen.

18. In diesem ehemaligen Steinbruch wurden Steine abgebaut, um aus ihnen Keller und Fundamente herzustellen. In vielen alten Häusern kann man die Natursteine, den „Feldspat“ noch sehen. An den steilen Wänden ist gut zu erkennen, wie sich das Gebirge verschoben hat. Aus der anfänglich waagerechten Lage der Steinschichten hat sich durch Unterschieben anderer Gesteinsschichten eine Schräglage gebildet. Bitte nicht an den Wänden klettern! Hier besteht Absturzgefahr!

19. Babbenhausen ist das Dorf der Mauern. Die Bruchsteinmauern sind zum Teil über 100 Jahre alt. In ihren Fugen und Ritzen leben viele seltene Pflanzen und Tiere.

Dieser Pfad, seine Kennzeichnung und die Texte wurden gestaltet von der Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen e. V. Der nächste Ansprechpartner ist:

Wolfgang Heper
Im Rehagen 17
32547 Bad Oeynhausen
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05731- 96780