AG aktuell 2026

AG Natur 2026

Stellungnahme der AG-Natur zu Aktionen zur Mitgliederwerbung

Zurzeit führt der Kreisverband eines großen Naturschutzbundes eine Kampagne zur Werbung um Mitglieder und Spenden durch.

Auf Anfragen Bad Oeynhausener Bürger erklärt die Arbeitsgruppe Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen e. V. (AG Natur):

„Wir setzen uns seit über 40 Jahren als gemeinnütziger Verein für Natur- und Umweltschutz in unserer Stadt ein. Wir sind unabhängig und unparteiisch und gehören keiner der großen Umwelt- und Naturschutzverbände an."

Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Bei uns gibt es aber keine gezielten Werbekampagnen, wir setzen auf Öffentlichkeitsarbeit und persönliche Kontakte. Durch unsere Aktionen sind wir vielen Bürgern dieser Stadt bekannt geworden.

Die AG Natur distanziert sich von der durch eine Werbeagentur zu verantwortende Art der Mitgliederwerbung und nimmt nicht an dieser Aktion teil. 


 

Nisthilfen für Mauersegler   11.7.26


Sie sind die Flugakrobaten der Lüfte – die Mauersegler. Fast ihr ganzes Leben verbringen sie in der Luft, suchen nach Nahrung, schlafen und paaren sich dort sogar.

Wenn sie schrill rufend um die Häuser ziehen und über die Dächer jagen, ist der Sommer endlich da! Bei gutem Wetter erreichen sie Höhen von bis zu 3000 Metern. 

Etwa 10 Monate verbringen sie in der Luft, nur zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen müssen sie landen. 

Ende Juli/Anfang August ziehen sie wieder ins südliche Afrika. 

Neben Insektenschwund und extremer Hitze, die den Jungtieren schwer zu schaffen macht, fehlen den Vögeln Brutplätze. Der NABU berichtet, dass bei der „Stunde der Gartenvögel“ im Mai dieses Jahres 24 Prozent weniger Mauersegler gezählt wurden.

Wie auch Schwalben, mit denen sie übrigens nicht verwandt sind, sind Mauersegler Kulturfolger. Einst brüteten sie in Felsspalten. Da diese Nistplätze aber immer seltener werden, suchen sie heute rissige Hausfassaden und Mauernischen auf. Leider werden auch diese Plätze durch Sanierungen und andere Baumaßnahmen rar. 

Hier schaffen spezielle Nisthilfen Abhilfe. 

Am Samstag, dem 11.07., wurden mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung der Emmaus-Gemeinde in luftiger Höhe drei Nistkästen für die faszinierenden Vögel angebracht. Begleitet wurde die Aktion von Ulrich Berendsen und Albertus Kortenbusch von der AG-Natur Bad Oeynhausen. Kortenbusch ist Lehrer am Schulzentrum Nord und betreut dort die Mauerseglerkolonien. „Aktuell sind es zehn Brutpaare, die dort brüten“, informiert der Naturschützer.

Kräftig unterstützt wurden die Mitglieder der Arbeitsgruppe für Natur- und Umweltschutz durch heimische Betriebe. Auszubildende des Berufsbildungswerks Wittekindshof und der Rehmer Firma Holzbau Kröger bauten die Nistkästen nach Anleitungen der AG-Natur. Das Holz stammt aus dem Holzabbruch des Innenausbaus des Eidinghausener Kindergartens Regenbogen.

Am Samstagmorgen um 8.00 h fuhr dann der Dachdecker Wilhelm Stein mit seinem Hubsteiger vor und die Kästen wurden unterhalb des Daches der Auferstehungskirche montiert. 

Eine Mauersegler-Attrappe zeigt den Vögeln: „Hier ist schon ein Artgenosse, hier ist ein guter Brutplatz.“ Kaum waren die Kästen angebracht, flog eine Horde Mauersegler über das Areal. Das lässt hoffen! Brüten werden sie aber erst nächstes Jahr, es werden aber oft schon vorher potenzielle Brutplätze inspiziert. 

Weitere Nistkästen sind auch an der Grundschule Eidinghausen geplant.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die sich unentgeltlich für den Schutz der imposanten Flugkünstler eingesetzt haben

Das grüne Klassenzimmer   9.7.26

Viertklässler der Dehmer Grundschule gestalten begleitet Infotafeln am Lohbuschteich

Eine Woche vor den Sommerferien wurde es noch einmal spannend für die Viertklässler der Dehmer Grundschule. 

In nur wenigen Gehminuten erreicht man den Lohbuschteich. Er wurde mit Hilfe des „Förderprogramms Auen“ im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ an die Weser angebunden, um seinen ökologischen Zustand zu verbessern. Das Gebiet weist verschiedene Lebensbereiche auf. Neben Fließ- und Stillgewässern und der dazu gehörigen Auenlandschaft gibt es einen Artenschutzturm mit Schleiereulen und Fledermäusen, Steinhaufen und eine Benjeshecke, eine Streuobstwiese mit Storchennest und Falkenkasten. Ein Auwald schließt sich ebenfalls an den Lohbuschteich an. Um das Gebiet für Spaziergänger und Naturbegeisterte zu erschließen, wird es einen Naturpfad mit Informationstafeln geben. Diese werden maßgeblich von den Kindern der Grundschule mitgestaltet.

Am Donnerstag, den 09.07. war es dann soweit!

Um 11.15 h trafen sich die Schülerinnen und Schüler begleitet von den Lehrkräften Karin Sibum und Stephan Vogel mit Lisa-Marie Wachramejew vom Infrastrukturmanagement der Stadt Bad Oeynhausen, die das Projekt begleitet, und Birgit Vogt (beide Mitglieder der AG-Natur) am Lohbuschteich.

Die Schüler und Schülerinnen waren gut vorbereitet. 

Schon bei einem Rundgang über das Gelände fiel auf, wieviel Naturwissen bereits vorhanden war. Die Kinder waren achtsam unterwegs, fanden Tierspuren, Federn, Muscheln und Schneckenhäuser. 

Kein Wunder, denn die Dehmer Grundschule zeichnet sich durch ein naturnahes Schulumfeld aus und vermittelt einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. Der Sachunterricht findet vor Ort in der Natur statt. Es gibt außerdem einen Schulgarten.

Nachdem alle einen Überblick hatten, wurden die Viertklässler in vier Gruppen aufgeteilt und auf die verschiedenen Stationen verteilt. Hier ging es um Ideen zur Gestaltung der Infotafeln. Was könnte die Besucher am Lohbuschteich interessieren?

Im Auwald fiel auf, dass es im Wald kühler ist - ein interessanter Aspekt, was den Klimawandel betrifft. Und welche Tiere gibt es dort?

Auf der Streuobstwiese sollte über die Störche informiert werden: Wie groß sind sie, wie groß das Nest? Wie lange brüten sie und brüten dann Mann und Frau? Was gibt es überhaupt für Pflanzen und Tiere (vor allem Insekten) auf so einer Wiese und welche Obstbäume wurden angepflanzt?

Welche Tiere leben im Artenschutzturm und was gibt es Spannendes über sie zu berichten? Wie kann man selber ein Tierhaus bauen und die Umgebung besser gestalten?

Welche Tiere und Pflanzen findet man an Fließ- und Stillgewässern? Und wie kann man sich vor Bremsen und Zecken schützen? 

Es gab auch viele Tipps, wie Besucher sich in der Natur verhalten sollen: Tiere sollten in Ruhe gelassen und nicht gefüttert werden. Es sollte kein Müll zurückgelassen werden. Pflanzen und Bäume sollten nicht zerstört werden. Und Besucher sollten auf den Wegen bleiben.

Alle Vorschläge wurden gesammelt und werden bei der Planung und Gestaltung der Infotafeln berücksichtigt. Die Tafeln sollen noch in diesem Jahr aufgestellt werden.

 

Fotos: Karin Sibum 

Stellungnahme der AG-Natur zur Debatte um die Abschaffung der Baumschutzsatzung

 

Die erste Hitzewelle dieses Sommers liegt hinter uns. Sie traf uns heftiger als all die Jahre zuvor – und das bereits im Juni! Nicht nur alte Menschen hatten zu kämpfen, auch die Zahl der jungen Leute in den Notaufnahmen hat rapide zugenommen. Häuser und Wohnungen heizten sich enorm auf, auf versiegelten Flächen geparkte Autos wurden zur Hitzefalle, Auto-, Flug- und Bahnverkehr wurde zum Teil lahmgelegt. Das Wasser wird knapp. 

Wohl dem, der dann einen schattigen Platz unter einem Baum mit einer großen Krone findet! Klimaexperten raten schon länger dringend zu mehr Grün und weniger Flächenversiegelung. Und genau jetzt schlägt der Umweltausschuss der Stadt Bad Oeynhausen vor, die Baumschutzsatzung abzuschaffen!

Zugegeben, auch bei uns in der AG-Natur gibt es kein einheitliches Meinungsbild dazu. 

Einerseits konnten Hunderte von Bäumen durch sie erhalten werden. Andererseits nützt eine Satzung wenig, wenn es genug Schlupflöcher gibt, um ihr zu entgehen und Ersatzpflanzungen nicht immer garantiert sind. Auch hohe Bußgelder hatten nicht immer eine abschreckende Wirkung.

Einigkeit besteht aber in der AG-Natur darüber, dass Bäume, Sträucher und Hecken soweit wie möglich erhalten bleiben sollten. Bäume pflanzen ist unser Anliegen! Acht Klimabäume - für jeden Stadtteil einer – wurden anlässlich des 40-jährigen Jubiläums unseres Vereins gestiftet und gepflanzt und setzen nun ein Zeichen.

Wenn wir, unsere Kinder und Enkel auch in Zukunft gut in unserer Stadt leben wollen, ist die Stadt Bad Oeynhausen und jeder einzelne Bürger in der Verantwortung. Freikaufen können wir uns nicht vom Klimawandel und die Augen davor verschließen geht auch nicht mehr!

Wir als Arbeitsgruppe, die sich für Natur- und Umweltschutz in unserer Stadt einsetzt, plädieren dafür, jede Baumfällung genau abzuwägen. Wir möchten Mut machen, überall wieder mehr Bäume zu pflanzen. Großkronige Bäume, die außerdem klimaresistent sind, sind dabei die erste Wahl. 

Hier gilt: Nicht weniger ist mehr, sondern mehr Grün erhält und vergrößert unsere Lebensqualität!

Pflanzenexkursion 30.5.26

Mit einer kleinen Gruppe absolut interessierter AG-ler fand gestern die "Pflanzenbestimmung zum Kennenlernen" statt. Begleitet wurden wir von Lisas naturbegeisterten Jungen, denen keine Raupe und kein Käfer entging! Wir erfuhren viel über die Vegetation der Rohbödenstandorte an der Weser. Interessant auch, dass das wie Schilf aussehende hohe Gras am Ufer tatsächlich Rohrglanzgras ist. Schilf ist in unserer Gegend selten. Begeistert hat auch der prächtige Natternkopf. Seine Blütenfarbe kann je nach Säuregrad des Bodens rot oder blau sein. Wie Lackmuspapier reagieren die Rauhblattgewächse, zu denen auch Lungenkraut, Vergissmeinnicht und Beinwell gehören.

In Steinwall für die Streuobstwiese   9.5.26

Am Anfang war eine Streuobstwiese – gelegen im schönen Siekertal mit verschiedenen Obstbäumen und eben einer Wiese. Dann kam eine Bildtafel dazu – gestiftet und aufgestellt vom heimischen Tischlermeister Siegbert Barg. Sie soll Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer über den wertvollen Lebensraum Streuobstwiese informieren. 

Doch so eine Info-Tafel verpflichtet! Den abgebildeten Steinwall und die Hecke aus wilden Sträuchern suchte man noch vergeblich! Dann wurde im November 2024 von Mitgliedern der AG Natur die “Arbeitsgruppe Streuobstwiese“ ins Leben gerufen. 

Ein Jahr lang plante die Gruppe – Ideen wurden gesammelt und wieder verworfen, Meinungen ausgetauscht, Wünsche geäußert und gemeinsam überlegt, was machbar und sinnvoll ist. Dann wurde es Anfang 2026 konkret und verschiedene Aktionen fanden auf der Streuobstwiese statt. Kopfweiden wurden geschnitten und ein Saum aus heimischen Sträuchern gepflanzt. Ein Grundstock an Steinen befand sich schon auf der Wiese, bereitgestellt und angeliefert von den Stadtwerken Bad Oeynhausen. Dann bestand die Möglichkeit, die Steine aus dem Fundament des alten Pfarrhauses in Eidinghausen für das Projekt zu verwenden. Die Firma Kuntemeier, die mit dem Abriss beauftragt wurde, sortierte die Steine und stellte sie der AG Natur zur Verfügung.  

Anfang Mai war es dann soweit: An zwei Vormittagen bauten die Ehrenamtlichen einen Steinwall mit einem angeschlossenen Sandarium. Ein wertvolles Kleinbiotop entstand! Viele Tierarten wie Kröten, Eidechsen, Insekten und kleine Säugetiere finden nun in den Hohlräumen des Steinwalls Unterschlupf und Schutz. Wärmeliebende Arten können sich auf den von der Sonne aufgewärmten Steinen ausruhen. Das Sandarium bietet Nistplätze für viele Wildbienen. Nur ein Viertel unserer Wildbienen nutzt bereitgestellte Nisthilfen – die Insektenhotels. Dreiviertel aller Wildbienenarten sind sogenannte „Erdnister“ und brauchen lockere, sandige Erde ohne große Vegetation. Kaum hatten die AG-ler den Sand eingefühlt, wurde das neue Refugium auch schon von interessierten Wildbienen begutachtet. Steinhaufen, ob groß oder klein, bieten auch im eigenen Garten Unterschlupf für viele Tiere. Mit passenden heimischen Pflanzen bepflanzt werden sie zum Hingucker. Ideal ist ein sonniger Platz, aber auch schattige Steinhaufen werden gern von Amphibien genutzt. Für ein Sandarium sollte man einen Platz von ca. 40 x 40 cm und 50 cm Tiefe oder größer einplanen. Auf den Internetsseiten der Naturschutzverbände findet man zahlreiche Bauanleitungen - sogar für ein Sandarium auf Terrasse oder Balkon. Wichtig ist vor allem auch die Umgebung. Ein Garten oder Balkan bepflanzt mit heimischen Pflanzen bietet Nahrung für viele Insekten.

 

An der Streuobstwiese im Siekertal tut sich was!   28.3.26

 

Nachdem Ende Februar die Kopfweiden geschnitten wurden, stand am Samstag, dem 28.03.2026, eine andere Aktion an. Ein Saum aus heimischen Wildsträuchern wurde gepflanzt. Er bildet die Verbindung zum Steinwall, der demnächst auf der Wiese aufgeschichtet werden soll, und bietet Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Gegen 10.00 Uhr trafen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Streuobstwiese“ und weitere Helfer aus der AG Natur an der Wiese.

Die Ehrenamtlichen trotzten dem regnerischen und kühlen Wetter und pflanzten Feldahorn, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Haselnuss, Kornelkirsche, Wolligen Schneeball, Liguster und Hundsrosen – insgesamt 120 Pflanzen. Pünktlich vor Einsetzen von stärkeren Schauern und Hagel war die Arbeit geschafft.

Die Früchte des Schneeballs z. B. bleiben lange am Strauch hängen und dienen Vögeln auch im Spätwinter als Nahrung. 

Der Weißdorn allein ernährt unzählige Raupen, Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Mäuse und Hasen. 

Die nektarreichen Blüten des Feldahorns werden von Fliegen, Honigbienen und Wildbienen besucht, die nahrhaften Blätter dienen 23 Raupenarten als Futter.

Liguster, der mit seinen weißen Blüten Bienen und Nachtfalter anzieht, ist auch im Garten eine gute Alternative zum Kirschlorbeer, dessen Ausbreitung ein großes Problem für die heimische Natur darstellt. 

Die gelben Blüten der Kornelkirsche erscheinen schon früh im Jahr als Nahrung für Bienen. Mit ihren roten Früchten im Herbst ist der Strauch ebenso wie die Hundsrose mit ihren Hagebutten ein gutes Vogelnährgehölz. 

Das Pfaffenhütchen besticht durch seine schöne Herbstfärbung. Aber Vorsicht: Der Strauch ist für den Menschen sehr giftig! Die Form der Früchte gab ihm seinen Namen. Sie sind besonders beliebt beim Rotkehlchen, was dem Strauch auch den Namen „Rotkehlchenbrot“ eingebracht hat. 

Die Haselnuss bietet sehr früh im Jahr Pollen, die Nüsse werden von Vögeln und Kleinsäugern gefressen.

So wurde die Streuobstwiese im Siekertal um einen wichtigen Lebensraum erweitert. 

Frühjahrsmarkt 21./22.03.2026

Die AG Natur war an beiden Tagen mit einem Stand in der Innenstadt vertreten. Bad Oeynhausener Bürger konnten sich wieder über die vielseitige Arbeit des Vereins informieren. 

Publikumsmagnet war auch dieses Jahr Steinkauzdame Fritzi. Falknerin und Naturpädagogin Susanne Aufdemkamp informierte gern über drittkleinste Eule Deutschlands. 

Es gab viele Tipps zum Naturschutz im eigenen Garten und Nistkästen konnten gegen eine Spende erworben werden. 

Kopfweidenschnitt an der Streuobstwiese am 20.02.2026

Am Freitag, dem 20.02.2026, wurden die Kopfweiden an der Streuobstwiese Siekertal geschnitten. Der regelmäßige Schnitt, das „Schneiteln,“ ist wichtig, um die Form zu erhalten und um ein Auseinanderbrechen der Weiden zu verhindern.

Im Laufe der Jahre werden die Stämme älterer Kopfweiden hohl, und es kommt zur Bildung von Baumhöhlen. Diese sind von immenser ökologischer Bedeutung.

Nach dem langen Winter konnte die Aktion dank tatkräftiger Hilfe und vorwiegend trockenem Wetter in 1 ½ Stunden erledigt werden.

Das Schnittgut wurde wieder an der Wiese aufgeschichtet, um Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. 

Wintervogelexkursion 14.2.26

Sie ist schon Tradition: Die Wintervogel-Exkursion mit dem Ornithologen Jörg Hadasch am Großen Weserbogen. Dazu eingeladen haben wieder die befreundeten Vereine AG Natur Bad Oeynhausen und der Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta. 

Trotz des winterlichen Wetters mit Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt fanden sich 17 interessierte Vogelfreunde am Samstag, den 14.02.2026 um 9.00 h, am Parkplatz Südlicher See ein.

Zwar waren einige Teiche noch vereist. Wo aber die Wasserstellen eisfrei waren, tummelten sich Enten und andere Wasservögel. Gänsesäger, Stockente, Tafelente, Reiherenten, Schnatterenten, Schellente, Löffelenten und Blässhühner konnten gut durch Spektiv und Fernglas beobachtet werden. Das war schon schwieriger beim flinken Zwergtaucher, der blitzschnell abtauchte, einige Meter weiter wieder auftauchte, um dann sofort wieder abzutauchen. 

Auf eine Besonderheit machte uns Vogelkundler Jörg Hadasch aufmerksam. Während andere Entenvögel am Boden in der Ufervegetation brüten, sind Gänsesäger und Schellenten Höhlenbrüter, die ihr Nest in alten Baumhöhlen bauen. Zum Teil werden auch Fels- und Mauerspalten und sogar Nistkästen als Brutplätze angenommen. Frisch geschlüpft müssen die Jungen z. T. aus großer Höhe auf den Boden stürzen. Dabei nehmen sie aber meist keinen Schaden. 

Auch zu Lande und in der Luft konnten Graugänse, Kormorane, Silberreiher, Graureiher, Turmfalken, Lachmöwen, Ringeltauben, Buntspecht, Eichelhäher, Rabenkrähe, Blau- und Kohlmeisen, Stare, Amsel, Wacholderdrosseln, Buch- und Grünfinken, Steppen- und Silbermöwen beobachtet werden. Höhepunkt war der prächtig gefärbte Eisvogel, der sich im Gebüsch in Ufernähe aufhielt. Am Schluss erfreute ein Trupp Schwanzmeisen, der munter in den Zweigen turnte, die Teilnehmer. Auch einige Vierbeiner zogen die Gruppe in ihren Bann: Die Wiesen am großen Weserbogen werden mit Schottischen Hochlandrindern beweidet.

30 Vogelarten konnten in zwei Stunden beobachtet werden, sodass sich die Exkursion trotz Kälte und winterlichem Wetter für alle gelohnt hat.

Heckenschnitt 17.1.

 

Am Samstag, den 17.01.2026, stand wieder der Heckenschnitt der über 30 Jahre alten Benjeshecke am Gut Deesberg an. Zusammen mit Wolfgang Heeper, der die Aktion leitete, trafen sich sechs weitere Mitglieder der AG-Natur ausgerüstet mit Astscheren und Motorsägen. Während sich die Landschaft eine Woche vorher noch schneebedeckt präsentierte, konnten die Ehrenamtlichen an diesem Wochenende bei Sonnenschein und moderaten Temperaturen arbeiten. 

Ein Fünftel Hecke, nicht mehr als 20 bis 30 m in der Breite, wird etwa alle 2 - 5 Jahre auf den Stock gesetzt, d. h. vorhandene Büsche und Bäume werden etwa kniehoch abgesägt, damit sie später wieder austreiben. 

Dass die Hecke nicht im Ganzen zurückgeschnitten wird, hat seinen Grund. Durch diese Schnittmaßnahme wird ein natürlicher Waldsaum mit seinen unterschiedlichen Höhenabstufungen nachgeahmt.  Dieser bietet unzähligen Tieren Nahrung, Deckung und Möglichkeiten zum Nisten. Auch die Pflanzenvielfalt ist wesentlich größer als im eigentlichen Wald. Außerdem wäre ein kompletter Rückschnitt eine Katastrophe für alle Heckenbewohner.

„Unsere Wälder und Buschränder sind im zunehmenden Maß rechtwinklig. Ackerflächen, Straßen und Bebauungen drängen die Strauchschicht immer mehr zurück. Darunter leidet im Extremen unsere Artenvielfalt. Sowohl Tiere und Pflanzen profitieren in keiner Weise von dieser Praxis. Aus wissenschaftlichen Aufzeichnungen wissen wir aber, dass vorgelagerte Kraut- und Strauchstreifen mehr Artenvielfalt bieten als der dahinter liegende große Wald.

Das Ideal für unsere Wald- und Buschränder wäre hier eine 45°- Lösung. An einem Beispiel erklärt heißt das: Ist der Baumbestand 25 – 30 m hoch, sollte der Kraut- und Strauchstreifen in diesem Fall auch 25 – 30 m breit sein,“ schreibt Wolfgang Heper in der Serie „Die Natur mit meinen Augen sehen“ (2011).

„Nur lediglich 20 % der für diesen Lebensraum typischen Tierarten finden wir direkt im Wald, 80 % leben im vorgelagerten Waldsaum“, erklärt der erfahrene Naturschützer.

Doch solche Strukturen sind in unserer modernen Agrar-Landschaft sehr selten geworden.

Das Schnittgut wird übrigens auch sinnvoll wiederverwertet. Während das Starkholz entnommen wird, wird das dünnere Kronenholz über die Stümpfe aufgeschichtet. So entsteht gleich ein Rückzugsort für Igel und Co. Auch Mäuse verstecken sich hier gern, werden aber vom flinken Mauswiesel in Schach gehalten. Wind und Vögel verbreiten den Samen von Wildsträuchern. Die Passage durch den Verdauungstrakt wirkt sich günstig auf die Keimung aus. Eine kleine Portion Dünger wird durch den Kot gleich mitgeliefert. So entsteht neues Leben im Totholz.

Das ist das Prinzip einer Benjeshecke, benannt nach Heinrich und Hermann Benjes. Sie sind zwar nicht die Erfinder, aber sie haben diese Heckenform wieder entdeckt  und bekannt gemacht.

Solche Hecken gab es wurde früher in der Landschaft noch häufig. Die Bauern stapelten ihr Schnittgut an Weide- und Ackerrändern. Die entstandenen Strauchstreifen schützten unter anderem vor Wind und Erosion und dienten als Grenze.

Wer ausreichend Platz im Garten hat, kann sich ebenfalls eine Benjeshecke anlegen. Die ideale Mindestbreite beträgt 3 – 5 m. Aber auch kleinere Varianten helfen, die Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten. Anleitungen dazu findet man in der Literatur vieler Naturbuchverlage und im Internet, z. B. auf den Seiten der Naturschutzverbände.


 

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